Deutscher Gewerkschaftsbund

Für faire Arbeitsbedingungen auf Feldern in Deutschland!

Hintergrundinformation zur Saisonarbeit in der Landwirtschaft

Hintergrundinformation zur Saisonarbeit in der Landwirtschaft

Saisonarbeiter*innen in der Landwirtschaft in Deutschland sind systemrelevant. Nicht erst seit der Corona-Pandemie. Etwa 250.000 Menschen verrichten jedes Jahr Schwerstarbeit auf deutschen Feldern. Die meisten kommen aus Ost- und Südosteuropa. Obwohl sie die Versorgung mit Lebensmitteln sicherstellen, sind ihre Lohn- und Arbeitsbedingungen vielfach entwürdigend.

Reportage Saisonarbeit

Faire Mobilität

Für faire Arbeitsbedingungen auf Feldern in Deutschland! (PDF, 790 kB)

Die Broschüre kann kostenfrei bestellt werden: bestellung@faire-mobilitaet.de


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Faire Arbeit in der Landwirtschaft

FAQs und Hotlines für Saisonarbeiter*innen in verschiedenen Sprachen

Sie kommen aus einem Land der Europäischen Union (EU) und arbeiten in Deutschland als Saisonarbeiter*in

 

  • Wie ist Ihre Beschäftigung in Deutschland geregelt?

    Sie kommen aus einem Land das Mitglied der Europäischen Union (EU) ist. In Ihrem Herkunftsland sind Sie berufstätig, arbeiten selbständig, sind Rentner*in, Student*in oder Hausfrau/Hausmann?

    Dann können Sie in Deutschland als Saisonarbeiter*in für 70 Tage im Jahr im Rahmen einer sog. kurzfristigen Beschäftigung sozialversicherungsfrei arbeiten. Aufgrund der Corona-Krise wurde die erlaubte Zeit für das Jahr 2021 auf 102 Tage verlängert. Auch für Saisonarbeiter*innen gilt das deutsche Arbeitsrecht. Dazu gehören Anspruch auf bezahlten Erholungsurlaub bzw. dessen Auszahlung nach Beschäftigungsende sowie Lohnfortzahlung im Krankheitsfall und vieles mehr.

  • Wo sind Sie sozialversichert und was tun Sie, wenn Sie krank werden?

    Sie sind in Ihrem Herkunftsland bei einem Arbeitgeber angestellt oder selbständige*r Landwirt*in? Dann sind Sie auch während Ihrer Arbeit als Saisonarbeiter*in durch die Sozialversicherung in Ihrem Herkunftsland sozial- und krankenversichert. Dies zeigen Sie dem Arbeitgeber in Deutschland mit einer sog. A1-Bescheinigung an. Eine A1-Bescheinigung können Sie vor Ihrer Abreise im Herkunftsland bei der zuständigen Behörde beantragen. Grundsätzlich können A1-Bescheinigungen auch nachgereicht werden. Wir empfehlen jedoch: Beantragen Sie diese Bescheinigung vor Ihrer Abreise und bringen Sie die Bescheinigung mit nach Deutschland. Außerdem: Beantragen Sie auch eine europäische Krankenversicherungskarte, damit Sie ohne Probleme in Deutschland zum Arzt gehen können.

    Sie sind Renter*in, Student*in oder Hausfrau/Hausmann? Dann muss Ihr Arbeitgeber in Deutschland vor Beginn Ihrer Tätigkeit als Saisonarbeiter*in prüfen, ob Sie über das Sozialversicherungssystem in Ihrem Herkunftsland sozial- und krankenversichert sind.

    Eine solche Prüfung wird durch den Arbeitgeber mit Hilfe eines Fragebogens vorgenommen, der auf dieser Seite in verschiedenen Sprachen heruntergeladen werden kann: http://www.svlfg.de/auslaendische-saisonarbeitskraefte 

    Falls Sie keine gültige Krankenversicherung haben, kann der Arbeitgeber in Deutschland behelfsweise eine private Krankenversicherung für Saisonarbeiter*innen abschließen. Diese Krankenversicherung deckt allerdings nicht jede Erkrankung ab. Die Kosten dafür darf der Arbeitgeber nicht von Ihrem Lohn abziehen.

    Wenn Sie krank werden, informieren Sie umgehend Ihren Arbeitgeber und gehen Sie zu einem Arzt. Der Arzt wird Sie untersuchen und – wenn Sie krank sind – Ihnen eine Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung („Krankschreibung“) ausstellen, die Sie Ihrem Arbeitgeber vorlegen müssen. Die Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung muss auch an Ihre Krankenversicherung geschickt werden.

    Arbeiten Sie länger als 4 Wochen in demselben Betrieb? Wenn Sie von einem Arzt krankgeschrieben werden, dann bekommen Sie Ihren Lohn in der Zeit der Krankheit weitergezahlt, maximal sechs Wochen lang. Sind Sie in Deutschland krankenversichert, steht Ihnen möglicherweise danach auch Krankengeld zu. In der Hotline oder Beratungsstelle können Sie dazu weitere Informationen erhalten.

    Hinweis:

    Sie haben das Recht, einen Arzt selbst auszusuchen. Legen Sie dort Ihre Europäische Krankenversicherungskarte (EHIC) oder eine Bescheinigung über eine private Krankenversicherung vor. Andernfalls kann der Arzt Ihnen die Behandlungskosten in Rechnung stellen. Wenn Sie die Behandlung direkt bezahlen müssen, lassen Sie sich unbedingt eine Quittung über die genaue Summe aushändigen. Diese reichen Sie nach der Rückkehr bei Ihrer Krankenversicherung ein, um die Kosten erstattet zu bekommen.

  • Wie viel verdienen Sie als Saisonarbeiter*in?

    Für alle Beschäftigten in der Landwirtschaft in Deutschland gilt der gesetzliche Mindestlohn von 9,50 € brutto pro Stunde.

    Der gesetzliche Mindestlohn steigt:

    • ab 1. Juli 2021 auf 9,60 Euro brutto pro Stunde
    • ab 1. Januar 2022 auf 9,82 Euro brutto pro Stunde
    • ab 1. Juli 2022 auf 10,45 Euro brutto pro Stunde

    Dieser Lohn gilt für alle Menschen, die in Deutschland arbeiten, ganz egal aus welchem Land sie kommen. Ihr Wohnsitz oder Ihre Nationalität spielen dabei keine Rolle. Der deutsche Mindestlohn gilt auch, wenn Sie von einem Arbeitgeber aus Ihrer Heimat oder einem anderen Land nach Deutschland zum Arbeiten geschickt wurden oder wenn Sie als Selbständiger mit einer A1-Bescheinigung aus Ihrer Heimat nach Deutschland zum Arbeiten gekommen sind.

    In der Ernte geben die Arbeitgeber häufig vor, wie viel Kilo Obst und Gemüse ein*e Arbeiter*in ernten muss und wie viel Euro er*sie dafür bekommt. Solche Stück- und Akkordlöhne sind zulässig. Trotzdem darf Ihnen der Arbeitgeber in der Stunde nicht weniger als den aktuell geltenden Mindestlohn pro Stunde (1.1.2021-30.6.2021 9,50 € brutto pro Stunde) bezahlen. Ernten Sie so viele Kisten in der Stunde, dass Sie mehr als 9,50 € erwirtschaften, muss Ihnen der Arbeitgeber entsprechend mehr bezahlen.

    Beispiel: Wenn Sie 8 Stunden arbeiten, müssen Sie mindestens (8 Stunden x 9,50 €) 76,00 € brutto bekommen. Das gilt auch, wenn Sie nach Kisten bezahlt werden! Ihr Stundenlohn darf nicht unter dem aktuell geltenden Mindestlohn pro Stunde liegen. Aktuell sind es 9,50 €.

    WICHTIG

    Um Ihren Lohnanspruch auszurechnen, notieren Sie jeden Tag den Beginn, das Ende und die Dauer der Arbeitszeit, einschließlich der Pausen. Notieren Sie, was und wo Sie gearbeitet haben sowie Namen, Heimatanschrift und Handynummern von Kolleg*innen, die dies bezeugen können. Machen Sie nach Möglichkeit Fotos. Lassen Sie sich Ihre Stundenliste von einem Vorarbeiter per Unterschrift bestätigen. Wenn das nicht geht, bitten Sie eine*n Kolleg*in per Unterschrift Ihre Angaben zu bestätigen.

    Bei Akkordlohn: Schreiben Sie sich die abgegebenen Kisten oder Mengen auf und notieren Sie auch Ihre Stunden, die Sie dafür gebraucht haben. Nur durch genaues Aufschreiben Ihrer Arbeitszeiten können Sie überprüfen, ob der erhaltene Lohn stimmt. 

    Hier finden Sie ein Beispiel, wie Sie die Arbeitszeit aufschreiben können.

    Arbeitszeitkalender

    Faire Mobilität

  • Welchen Arbeitsvertrag haben Sie?

    In Deutschland muss der Arbeitgeber Ihnen keinen schriftlichen Arbeitsvertrag geben. Als Arbeitsvertrag kann auch das gelten, was Sie mit dem Arbeitgeber mündlich oder per E-Mail ausgemacht haben. Er muss Ihnen aber spätestens nach einem Monat die wesentlichen Vertragsbedingungen schriftlich vorlegen. Das machen viele Arbeitgeber nicht, obwohl Sie es müssten.

    Verlangen Sie von Ihrem Arbeitgeber deshalb einen schriftlichen Arbeitsvertrag. Der Arbeitgeber muss Ihnen einen Vertrag nicht in einer Sprache geben, die Sie verstehen. Wenn der Arbeitsvertrag in einer für Sie fremden Sprache geschrieben ist, sagen Sie dem Arbeitgeber, dass Sie den Vertrag unterschrieben wiederbringen werden, nachdem Sie ihn haben übersetzen lassen.

    Achten Sie darauf, dass der Arbeitsvertrag von Ihnen und dem Arbeitgeber unterschrieben ist und lassen Sie sich unbedingt ein unterschriebenes Exemplar des Vertrages geben, das Sie aufbewahren sollten.

    Laut Gesetz soll ein Arbeitsvertrag enthalten:

    • Name und Anschrift von Ihnen und von Ihrem Arbeitgeber
    • Beginn und vorhersehbare Dauer des Arbeitsverhältnisses
    • Arbeitsort
    • Beschreibung der Arbeit
    • Höhe des Arbeitslohnes sowie ggf. Zuschläge und deren Fälligkeit
    • Vereinbarte Arbeitszeit
    • Dauer des Erholungsurlaubes
    • Fristen für die Kündigung des Arbeitsverhältnisses
    • Hinweis auf geltende Tarifverträge

    WICHTIG

    Um bei einem arbeitsrechtlichen Streit gut vorbereitet zu sein, machen Sie Fotos vom Betriebsschild, Standortbilder oder Fotos von der Unterkunft. Fotografieren Sie alle Dokumente, die Sie unterschreiben.

  • Wann muss Ihnen der Lohn bezahlt werden?

    Dies steht in Ihrem Arbeitsvertrag. Wenn Sie keinen Vertrag bekommen haben, fragen Sie nach! Im Gesetz ist geregelt, dass der Lohn spätestens am Ende des Folgemonats, in dem die Arbeit geleistet wurde, gezahlt werden muss. Das bedeutet, dass Sie den Lohn für April spätestens am 31. Mai bekommen müssen.

    Mit der Auszahlung ist der Arbeitgeber verpflichtet, Ihnen eine Lohnabrechnung zu geben. Eine Lohnabrechnung soll mindestens folgende Informationen enthalten:

    • Anzahl der gearbeiteten Stunden
    • Höhe des monatlichen Bruttolohns
    • Höhe der Abzüge für Lohnsteuern
    • Weitere Abzüge (zum Beispiel für die Unterkunft und Verpflegung, Vorschüsse)
    • Auszahlungsbetrag (Nettolohn)

    Sollten Sie mit dem Arbeitgeber vereinbart haben, dass der gesamte Lohn erst am Ende der Saisonarbeit ausgezahlt wird, dann sollten Sie unbedingt wöchentliche Zwischenabrechnungen per WhatsApp oder über andere Nachrichtendienste verlangen und sich Ihre Arbeitszeit genau aufschreiben.

    Wenn Sie Geld im Voraus bekommen, lassen Sie sich eine Quittung mit der genauen Summe (ausgeschrieben in Worten) geben.

    Unterschreiben Sie NIEMALS leere Belege, Quittungen oder Zettel!

  • Wie lange und wie viel dürfen Sie als Saisonarbeiter*in arbeiten?

    Die durchschnittliche Arbeitszeit liegt in Deutschland normalerweise bei 8 Stunden und darf vorübergehend auf bis zu 10 Stunden ausgeweitet werden. Zwischen zwei Schichten ist normalerweise eine Ruhezeit von 11 Stunden vorgeschrieben.

    Für Ihre Arbeitszeit und Lohn gilt zunächst das, was in Ihrem Arbeitsvertrag vereinbart ist. Sollten Sie kürzere Arbeitszeiten vereinbart haben, gelten diese. Der Arbeitgeber darf nicht einseitig die Arbeitszeiten verkürzen oder verlängern. Sie müssen zustimmen. Tun Sie dies nicht, kann es passieren, dass der Arbeitgeber Ihnen eine sogenannte Änderungskündigung aushändigt. Das bedeutet, dass er Sie kündigt, Ihnen aber gleichzeitig eine Beschäftigung zu anderen Bedingungen anbietet. Wenden Sie sich in diesem Fall unbedingt an die Hotline, die Gewerkschaft oder eine Beratungsstelle.

  • Was gilt in der Landwirtschaft als Arbeitszeit?

    Arbeitszeit fängt an zu zählen, wenn Sie auf einem Feld, dem Hof oder anderen Orten auf dem Betrieb stehen und beginnen zu arbeiten.

    Wenn Sie zwischen 6 und 9 Stunden arbeiten, haben Sie Anspruch auf eine Pause von 30 Minuten, die Ihnen spätestens nach 6 Stunden zusteht.

    Wenn Sie länger als 9 Stunden arbeiten, haben Sie Anspruch auf eine Pause von 45 Minuten.

    Pausenzeiten gehören nicht zur Arbeitszeit und werden nicht bezahlt.

    Allerdings gilt die Zeit, die sie brauchen, um zwei hintereinanderliegende Einsatzorte (Felder) zu erreichen, als Arbeitszeit und muss bezahlt werden.

  • Was sind Überstunden und müssen diese bezahlt werden?

    Überstunden können vom Arbeitgeber angeordnet werden, wenn dies im Arbeitsvertrag genau geregelt ist. Jedoch gilt hier, dass die Arbeitszeit von 10 Stunden pro Tag nicht überschritten werden darf.

    Die Überstunden müssen normalerweise bezahlt werden. Ausgleich durch freie Tage ist nur möglich, wenn dies im Arbeitsvertrag vereinbart wurde.

  • Was tun Sie, wenn Sie gekündigt werden?

    Eine Kündigung muss grundsätzlich schriftlich sein, das bedeutet auf einem Stück Papier und vom Arbeitgeber persönlich unterschrieben sein. Wenn Sie kündigen wollen, müssen Sie den Brief an den Arbeitgeber auch unterschreiben.

    In einem Kündigungsschreiben müssen bestimmte Kündigungsfristen eingehalten werden. Wenn das Arbeitsverhältnis weniger als 3 Monate besteht, können diese sehr kurz sein. Aus wichtigem Grund kann Ihnen der Arbeitgeber auch fristlos, also mit sofortiger Wirkung, kündigen.

    Sie müssen eine Kündigung, die Ihnen Ihr Arbeitgeber gibt, nicht unterschreiben.

    Wenn Sie eine Kündigung erhalten, wenden Sie sich unbedingt an die Hotline/Beratungsstelle.  Es kann sein, dass die Kündigung nicht wirksam ist, weil der Arbeitgeber Fehler gemacht hat.

    Eine mündliche Kündigung oder eine über SMS, WhatsApp, Viber oder E-Mail oder mit eingescannten Unterschriften oder in Fotokopien ist unwirksam.

    Eine mündliche Kündigung ist immer unwirksam! Damit Sie Ihren Lohnanspruch behalten, müssen Sie dem Arbeitgeber aber sagen, dass Sie weiter arbeiten wollen und können. Sie sollten einen Kollegen/ eine Kollegin als Zeug*in dabei haben oder dies übers Handy dem Arbeitgeber mitteilen.

    Achtung

    Auch eine mündliche Kündigung oder auch eine, die Sie per SMS, WhatsApp, Viber oder E-Mail erhalten haben, wird gültig, wenn Sie dagegen keine Klage einreichen. Darum: Wenn Sie schriftlich oder mündlich gekündigt werden und weiterarbeiten wollen, dann wenden Sie sich an die Hotline oder an eine Beratungsstelle!

    Mehr zur Kündigung können Sie hier nachlesen: https://www.fair-arbeiten.eu/de/article/15.kündigung.html

  • Was darf Ihnen für Unterkunft und Verpflegung berechnet werden?

    Wenn Ihr Arbeitgeber Ihnen Verpflegung und Unterkunft zur Verfügung stellt und vom Lohn abzieht, muss er das auf der Lohnabrechnung so darstellen, dass Sie es verstehen können.

    Hinweis

    Wenn der Arbeitgeber Ihnen die Kosten für Verpflegung und die Unterkunft vom Lohn abzieht, muss er dabei beachten, dass Ihnen genug Geld zum Leben bleibt. Dieser Mindestbetrag wird Pfändungsfreigrenze genannt und darf vom Arbeitgeber nicht unterschritten werden. Die Höhe der Pfändungsfreigrenze hängt von der Anzahl der Personen ab, für die Sie Unterhalt bezahlen müssen (Ehepartner*in, Kinder etc.).

    Beispiel 1: Sie sind alleinstehend und haben keine Kinder. Bis zu einem Nettoeinkommen von 1.179,99 Euro darf Ihnen nichts abgezogen werden. Ab dem 1. Juli 2021 darf Ihnen bei einem Nettoeinkommen von bis zu 1.259,99 Euro nichts abgezogen werden.

    Beispiel 2: Sie sind verheiratet, haben zwei Kinder und kommen somit für den Unterhalt von drei weiteren Personen auf. Bis zu einem Nettoeinkommen von 2.109,99 Euro darf Ihnen nichts abgezogen werden. Ab dem 1. Juli 2021 darf Ihnen bei einem Nettoeinkommen von bis zu 2.249,99 Euro nichts abgezogen werden. Erst wenn das Nettoeinkommen über dieser Grenze liegt, kann der Arbeitgeber Kosten für Verpflegung und Unterkunft berechnen.

    Für die Verpflegung können im Jahr 2021 maximal folgende Beträge angerechnet werden:

    Pro Monat: Für Frühstück 55,00 Euro, für Mittagessen 104,00 Euro und für Abendessen 104,00 Euro. Dies ergibt insgesamt einen Betrag von maximal 263,00 Euro im Monat.

    Pro Tag: Für Frühstück 1,83 Euro, für Mittagessen 3,47 Euro und für Abendessen 3,47 Euro. Dies ergibt insgesamt einen Tagessatz von maximal 8,77 Euro.

    Für die Unterkunft dürfen maximal 237,00 Euro im Monat berechnet werden. Wenn Sie mit mehreren Personen in einem Zimmer untergebracht sind, muss weniger abgezogen werden: Bei zwei Personen höchstens 142,20 Euro, bei drei Personen 118,50 Euro und bei mehr als drei Personen 94,80 Euro.

    Wenn Sie die Verpflegung und Unterkunft nicht von Ihrem Arbeitgeber bekommen, sondern von anderen Personen oder Firmen, dann sollte Ihnen ein Miet- oder Dienstleistungsvertrag zur Unterschrift vorgelegt werden. Wenn Sie keine Verträge bekommen, fragen Sie unbedingt nach, wie viel Geld Ihnen am Ende der Saison für Unterkunft und Verpflegung berechnet wird.

    Wenn die Verpflegung und die Unterkunft nicht den Vereinbarungen entsprechen, machen Sie Fotos davon! Im Streitfall können Sie sie als Beweis verwenden.

  • Welche Schutzmaßnahmen gelten im Betrieb und Unterkünften wegen des Corona-Virus

    Die Bundesregierung hat wegen des Corona-Virus Vorschriften erlassen, die Arbeitgeber in der Landwirtschaft umsetzen sollen. Diese Vorschriften dienen dazu, die Beschäftigten vor Ansteckung mit dem Virus zu schützen – bei der Anreise, in den Unterkünften, bei der Arbeit sowie bei der Verpflegung in der Unterkunft.

    Die aktuellen Arbeitsschutzregeln gegen das Coronavirus bestimmen, dass auch während der Arbeit ein Abstand von mindestens 1,5 Metern eingehalten werden muss. Wo dies nicht möglich ist muss der Arbeitgeber Ihnen Atemschutzmasken bereitstellen. Zudem muss der Arbeitgeber Ihnen Möglichkeiten zum Händewaschen oder zum Desinfizieren der Hände bereitstellen. Gearbeitet werden soll in festen Gruppen von höchstens vier Personen. Nur wenn das Arbeiten an einer Maschine dies nachweislich erfordert, können bis zu 15 Menschen in einer Gruppe arbeiten. Nähere Informationen zu den geltenden Vorschriften in Ihrer Region erhalten Sie beim zuständigen Gesundheitsamt. Die Kontaktdaten finden Sie auf der Seite des Robert Koch Instituts: https://tools.rki.de/plztool 

    Im Übrigen gelten die Allgemeinen Schutzmaßnahmen gegen das Coronavirus.

    Die Plakate sind auf der Webseite svlfg.de zu finden: https://www.svlfg.de/corona-saisonarbeit 

  • Arbeitsschutz, Ausrüstung und Wasser

    Alle Arbeitsgeräte und die persönliche Schutzausrüstung müssen Ihnen vom Arbeitgeber kostenlos zur Verfügung gestellt werden. Dazu gehören arbeitsgerechte Handschuhe sowie Sonnen- und Regenschutz. Außerdem muss Ihnen bei Arbeit in Hitze ausreichend Wasser bereitgestellt werden.

    Achten Sie bei der ersten monatlichen Lohnabrechnung darauf, dass Ihnen dafür nichts vom Lohn abgezogen wurde.

  • Wenn Sie mit dem Corona-Virus infiziert werden

    Sollten Sie mit dem Corona-Virus infiziert sein, müssen Sie unverzüglich Ihre Arbeitsunfähigkeit dem Arbeitgeber anzeigen und die voraussichtliche Dauer der Krankheit mittels einer Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung, die Sie vom Arzt bekommen, nachweisen.

    Um die Ausbreitung des Virus zu reduzieren, sollten Sie Ihren Arbeitgeber sowie Ihre Kolleginnen und Kollegen über die Infektion informieren.

    Werden Sie unter Quarantäne gestellt, zahlt Ihr Arbeitgeber den Lohn für Sie weiter. In diesem Fällen kann der Arbeitgeber sich die Kosten vom Staat erstatten lassen.

  • Werden Sie Mitglied in der Gewerkschaft

    Saisonarbeiter*innen können jetzt Jahresmitglied in der zuständigen Gewerkschaft IG Bauen-Agrar-Umwelt (IG BAU) werden. Die Mitgliedschaft beginnt in diesem Fall mit der Beitragszahlung und endet nach 12 Monaten ohne Kündigung, sofern sie nicht erneuert wird.

    Der Jahresbeitrag liegt bei 146,40 Euro für das ganze Jahr. Im Streitfall unterstützt Sie die Gewerkschaft dabei, Ihren Lohn einzufordern oder gegen eine ungerechtfertigte Kündigung vorzugehen. Mehr Informationen erhalten Sie hier:  https://igbau.de/Jahresmitgliedschaft-fuer-Wanderarbeitende-Neue-Flyer.html 

    Sind Sie in Ihrem Heimatland bereits Gewerkschaftsmitglied, fragen Sie bei der IG BAU, ob Ihre Mitgliedschaft anerkannt wird.

    Hier bekommen Sie mehr Informationen zur Mitgliedschaft:
    +49 391 4085-105 für Englisch/Deutsch
    +49 391 4085-106 für Bulgarisch
    +49 391 4085-107 für Rumänisch
    +49 391 4085-108 für Polnisch
    +49 391 4085-114 für Bosnisch-Kroatisch-Serbisch
    +49 391 4085-921 für Russisch
    +49 391 4085-922 für Ungarisch
    Sie können auch eine E-Mail schreiben an: mobil@igbau.de (alle Sprachen).

  • Wichtige Links

FAQ Saisonarbeit und Corona auf Rumänisch:

FAQ Munca sezoniera si Corona

Audio FAQ Muncitori sezonieri și Corona

FAQ Saisonarbeit und Corona auf Ungarisch:

GYIK - Szezonális munkavállalás és a koronavírus

Audio GYIK - Mezőgazdasági munka és a koronavírus

FAQ Saisonarbeit und Corona auf Bosnisch-Kroatisch-Serbisch:

Najčešća pitanja i odgovori – Sezonski rad i korona virus

Audio FAQ sezonski radnik i koronavirus

FAQ Saisonarbeit und Corona auf Polnisch:

FAQ Praca sezonowa i koronawirus

Audio FAQ Praca sezonowa i koronawirus

FAQ Saisonarbeit und Corona auf Bulgarisch:

Често задавани въпроси Сезонна работа и Корона

Аудио често задавани въпроси сезонна работа и коронавирус

Informationsmaterialien

Bericht der Initiative Faire Landarbeit (2020)

Jährlich gibt das PECO-Institut e.V. gemeinsam mit der IG BAU den Bericht der Initiative Faire Landarbeit heraus. Der diesjährige Bericht gibt einen Überblick über gesellschaftliche Diskussionen, politische Entwicklungen und mediale Berichterstattung rund um das Thema Saisonarbeit unter Pandemiebedingungen. Die Erfahrungen von Gewerkschaftsfunktionären und Beratungsstellen sowie Fallschilderungen und Interviews mit Saisonarbeitskräften, zeigen unter welchen Bedingungen in diesem Jahr auf deutschen Feldern geerntet wurde.

Aus dem Bericht: “Zu den aus den letzten Jahren bekannten Verstößen kamen in diesem Jahr die Nichteinhaltung der Hygieneauflagen, extrem lange Arbeitszeiten und ein enorm hoher Arbeitsdruck aufgrund des Fehlens vieler Helfer*innen hinzu.”

Bericht zur Saisonarbeit in der Landwirtschaft (2019)

Seit 2016 beschäftigt sich die Initiative Faire Landarbeit mit dem Thema landwirtschaftliche Saisonarbeit. Zu dem Bündnis gehören die Industriegewerkschaft Bauen-Agrar-Umwelt (IG BAU), die DBG-Beratungsstellen für Arbeitsrecht von Faire Mobilität und Arbeit und Leben, der Europäischen Verein für Wanderarbeiterfragen (EVW), das PECO-Institut e.V. und weitere Organisationen und Einzelpersonen.

Der Bericht wurde im Austausch mit den Partnerorganisationen der Initiative Faire Landarbeit verfasst. Er bietet nicht nur einen Überblick über die Arbeitsweise des Bündnisses, sondern auch Einblicke in die Arbeitsbedingungen der Saisonarbeiter*innen in Deutschland. Neben Missständen werden Handlungswege aufgezeigt, die für bessere Rahmenbedingungen sorgen sollen: Damit die Beschäftigten die Anerkennung bekommen, die sie für ihre wertvolle Arbeit verdienen.

Situationsbericht Saisonarbeit in der Landwirtschaft (2015)

Zur Situation von zeitlich befristeten Beschäftigten in der Landwirtschaft
Bericht 2015 der Initiative Faire Landwirtschaft

www.agriworker.eu 

Die AGRI-Worker APP – ein neues Informationstool für landwirtschaftliche Saisonarbeiter*innen

IG BAU Forderungen: Maßnahmen für bessere Arbeits- und Lebensbedingungen von mobilen Beschäftigten

 

Branchenkoordination Landwirtschaft


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Kontakt

Katharina Varelmann

Branchenkoordination Landwirtschaft bei Faire Mobilität
Koordination Initiative Faire Landarbeit
Europäischer Verein für Wanderarbeiterfragen (EVW)

 

Telefon +49 30 24639-540
Mobil + 49 151 67342680
E-Mail katharina.varelmann@emwu.org 

Hotline für Erntehelfer

Hotline Landwirtschaft Rumänisch
Faire Mobilität

Hotline Landwirtschaft Polnisch
Faire Mobilität

Hotline Landwirtschaft Ungarisch
Faire Mobilität

Hotline Landwirtschaft Bulgarisch
Faire Mobilität

Hotline Landwirtschaft BKS
Faire Mobilität