Deutscher Gewerkschaftsbund

PraktikerInnen-Workshop 2016

24.11.2016
Workshop

PraktikerInnen-Workshop für Beraterinnen und Berater von europäischen mobilen Beschäftigten

24. November 2016 in Berlin

English summary below

In den letzten Jahren haben sich in Deutschland, aber auch in anderen EU-Ländern Beratungsstrukturen für mobile Beschäftigte etabliert. Die Beratungsstellen der Gewerkschaften bzw. gewerkschaftsnaher Organisationen haben über ihre Tätigkeit eine Menge Erfahrungen und Fachwissen angesammelt. Am 24. November 2016, luden das Projekt Faire Mobilität und die Friedrich-Ebert-Stiftung (FES) zu einem internationalen Austausch auf Praktiker-Ebene in den Räumlichkeiten der FES in Berlin ein.

Zu einer thematisch ähnlich gelagerten Veranstaltung hatten „Faire Mobilität” und FES bereits vor zwei Jahren aufgerufen. Auch in Zukunft soll es diese Art von Treffen geben, um einen regelmäßigen Austausch sowie eine bessere Vernetzung untereinander zu ermöglichen und zu fördern.

Zu dem Workshop waren, neben den Faire Mobilität Beratern sowie Kollegen aus Partnerberatungsstellen in Deutschland, auch Vertreter von Organisationen aus Polen, Tschechien, Österreich, Holland, Kroatien, Bulgarien und Slowenien angereist, die in der Beratung von mobilen Beschäftigten tätig sind. Gemeinsam wurden – im Plenum sowie in Arbeitsgruppen, getrennt nach Beratungssprachen – Probleme erörtert, mit denen die Berater tagtäglich zu kämpfen haben: Die Kollegen der holländischen Gewerkschaft FNV berichteten beispielsweise über den starken Anstieg der Beschäftigung über Leiharbeitsfirmen, bei denen die Angestellten in der ersten Zeit quasi schutzlos sind. Ein Kollege des slowenischen Gewerkschaftsbundes ZSSS schilderte wie über Briefkastenfirmen Arbeitnehmer nach Deutschland entsandt werden. Gleichzeitig zeigte er sich optimistisch, dass ein neues Gesetz zu den Voraussetzungen für eine Ausstellung von A1-Bescheinigungen, welches sich in Slowenien aktuell in der Abstimmung befindet, den Missbrauch reduzieren könne. Berater von Faire Mobilität wiesen u.a. darauf hin, dass sie es zunehmend mit entsandten Beschäftigten aus Polen zu tun haben, die dort nicht über einen Arbeitnehmerstatus verfügen, sondern im Rahmen von Dienstleistungsverträgen tätig sind.

Die abschließenden parallelen Diskussionsforen drehten sich um die Themen Gewerkschaftsmitgliedschaft von mobilen Beschäftigten und Prävention in der Beratung. Auch hier zeigte sich, wie nützlich ein Erfahrungsaustausch sein kann, wenn es darum geht, Strategien für das eigene Beratungsangebot zu entwickeln.

 

Summary

On November 24th 2016 the Fair Mobility project and the Friedrich-Ebert-Foundation hosted an international workshop for counsellors of European mobile workers in Berlin in order to promote knowledge exchange and cooperation. Counsellors from trade unions and trade union-linked organizations in Germany, Poland, Czech Republic, Austria, the Netherlands, Croatia, Bulgaria and Slovenia participated in the workshop. Problems that counsellors have to deal with in their daily work were discussed: For example the increase of employment through temporary work agencies in the Netherlands, reducing the protection of workers significantly. At the same time in Slovenia workers are continuously being posted to Germany by letterbox-companies, though colleagues from the Slovenian trade unions hope that a new law, that is currently debated, might improve the situation. In Germany counsellors face a growing number of posted workers from Poland, who are not entitled to workers rights in their home countries but work on the basis of a service contract.

Dominique John/Faire Mobilität

Dominique John/Faire Mobilität



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