Deutscher Gewerkschaftsbund

Dezember 2013

Faire Mobilität und NGG erreichen korrekte Lohnauszahlung

Fleischbranche

Rainer Sturm/pixelio.de

In zwei Wochen 130 Arbeitsstunden in der Wurstfabrik – Lohn gab es erst auf Nachfrage: gerade 350 Euro mit einer völlig fehlerhaften Abrechnung. Faire Mobilität und NGG hakten nach.

Ewelina K., ihr Mann und ihr Sohn fuhren gemeinsam nach Deutschland, um der wirtschaftlichen Misere in ihrem polnischen Heimatort zu entkommen. Über ein niedersächsisches Zeitarbeitsunternehmen arbeiteten sie in einer westfälischen Wurstfabrik. Das funktionierte nur zwei Wochen, dann erhielten sie die Kündigung. Von heute auf morgen, in der Probezeit kein Problem. Einen Monat später sollten sie Ihr Gehalt bekommen, immerhin hatten sie jeweils etwa 130 Stunden gearbeitet, auch nachts und am Sonntag. Doch die Zahlung blieb aus. Ewelina meldete sich im Hamburger Büro von Faire Mobilität. Ein Telefonat des Beraters mit dem Arbeitgeber ergab, dass für die drei Gehaltschecks ausgestellt wurden, jedoch angeblich eine Zustelladresse fehlte. Nachdem dies behoben war, gingen bei Familie K. in Polen tatsächlich drei Schecks und Lohnabrechnungen ein, doch die Summen waren lächerlich gering, etwa 350 Euro pro Person. Ein Blick auf die Abrechnungen brachte Klarheit: Insgesamt 200 Euro Abzüge bei jedem u.a. für Arbeitskleidung, Schuhe und Zugangschips. Diese Dinge hatten die K’s aber ordnungsgemäß abgegeben. Zudem fehlten jeweils bis zu 20 Arbeitsstunden und Zuschläge für Sonntags- und Nachtarbeit. Damit konnten sich die drei nicht abfinden. Sie berichteten dem Faire Mobilität - Berater, der umgehend die zuständige Gewerkschaft NGG in Oberhausen kontaktierte. Diese wiederum informierte den Einsatzbetrieb der drei Zeitarbeiter. Parallel dazu schickten die drei Arbeitnehmer Zahlungsaufforderungen an die Firma und sendeten die wertlosen Gehaltschecks zurück. Der neue Anlauf zeigte Erfolg: Der Arbeitgeber sagte zu, das Gehalt neu zu berechnen und auf das polnische Konto der Familie auszuzahlen. Ein spätes Einsehen, das Familie K. wenigstens zu ihrem hart erarbeiteten Lohn verhalf. Doch der Aufbruch auf den deutschen Arbeitsmarkt blieb insgesamt ein echter Fehlschlag.

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