Deutscher Gewerkschaftsbund

August 2012

IG-Bau setzt Lohnzahlungen für polnische Bauarbeiter durch

Breite Unterstützung für 52 polnische Bauarbeiter in Essen, die um ihren Lohn geprellt werden sollten

Teaser Arbeiter mit Bauhelm

Paul-Georg Meister/pixelio.de

Sie schufteten vier Wochen lang bei Abbrucharbeiten für die Kernsanierung eines Klinikgebäudes. Statt Lohn erhielten sie einen einmaligen Abschlag von 190 Euro für Lebensmittel. Als sie kein Geld mehr für Essen hatten, versuchten die 52 polnischen Arbeiter an einem Freitag bei ihrem Arbeitgeber die vereinbarten Abschlagszahlungen zu erhalten – stattdessen wurden sie umgehend gekündigt und der Baustelle verwiesen.

Der Subunternehmer stellte sogar die Zahlungen für die Unterkunft ein, mit dem ungerechtfertigten Hinweis, sie hätten die Unterkunft verwüstet. Die 52 Bauarbeiter wandten sich an die Beratungsstelle für entsandte Beschäftigte in Berlin, die ihrerseits die IG BAU vor Ort einschaltete. Als die polnischen Bauarbeiter vor der Baustelle demonstrierten, während ein Teil von ihnen den Austausch der Schlösser zu ihrer Unterkunft verhinderten, erfuhren sie unerwartete Hilfe: Eine Passantin spendete einen größeren Geldbetrag für Lebensmittel, der ihnen über das Wochenende half.

Die ehren- und hauptamtlichen Kollegen/innen der IG BAU Mülheim-Essen-Oberhausen wurden aktiv, organisierten Schlafplätze und Essen, schrieben Pressemitteilungen und Flugblätter. Sie warben in vielen Telefonaten um Solidarität mit den polnischen Kollegen. Ver.di-Personalräte der Uniklinik spendierten Essen und Getränke. Die IG BAU verhandelte mit dem öffentlichen Auftraggeber, dem Landschaftsverband Rheinland (LVR), dem Generalunternehmer und dem Bauunternehmer. Nach 10 Tagen konnte die Gewerkschaft einen Erfolg vermelden. Der Bauunternehmer trat seine Ansprüche gegenüber der LVR an die IG BAU ab, so dass die LVR das Geld an die IG BAU auszahlen konnte. Somit konnte an die 52 polnischen Kollegen 73.000 Euro ausgezahlt werden. Die Auseinandersetzung hat sich gelohnt.


Nähere Informationen zum Fall:

Beratungsbüro für entsandte Beschäftigte in Berlin

IG BAU

 

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