Deutscher Gewerkschaftsbund

Internationale Konferenz 2016

09.12.2016
Internationale Konferenz

Gleicher Lohn für gleiche Arbeit am gleichen Ort - Entsendung in Theorie und Praxis

25. November 2016 in Berlin

english version below

Am 25. November folgten in Berlin über 130 Personen der Einladung zu einer internationalen Konferenz zum Thema „Entsendung in Theorie und Praxis“. Die Konferenz war vom Bundesvorstand des DGB und der Friedrich Ebert-Stiftung mit Unterstützung von „Faire Mobilität“ ausgerichtet worden. An der Konferenz beteiligten sich Gäste aus 9 Ländern, darunter viele Gewerkschaftsmitglieder, Abgeordnete des Deutschen Bundestages und des Europaparlaments, Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Bundesministerien für Arbeit und Soziales (BMAS) und Wirtschaft und Energie (BMWi) sowie Beraterinnen und Berater verschiedener Träger.

Ziel der Konferenz, die vom Staatssekretär im BMAS, Thorben Albrecht, eröffnet wurde, war die Auseinandersetzung mit den Vorschlägen der EU-Kommission zur Überarbeitung der Entsenderichtlinie. Der Vortrag von Jackie Morin, Referatsleiter in der Generaldirektion für Beschäftigung, Soziales und Integration der Europäischen Kommission, machte deutlich, dass die Kommission zwar den Regulierungsbedarf für Entsendungen erkannt hat, sich jedoch gleichzeitig verpflichtet fühlt, die Marktkräfte nicht zu sehr einzudämmen zu wollen. Annelie Buntenbach, Mitglied des Geschäftsführenden Vorstandes des DGB und die Europaparlamentarierin Agnes Jongerius (Sozialdemokraten/S&D), kritisierten die Vorschläge im Anschluss und wiesen auf eine Reihe von Regelungslücken hin.

In vier Foren, zur 24-Stunden-Pflege, dem Baugewerbe sowie der Fleisch- und Transportindustrie, wurde anschließend erörtert, welche Rolle Entsendungen inzwischen einnehmen und ob die von der Kommission gemachten Vorschläge positive Veränderungen zur Folge hätten. Wurde von einem tendenziellen Rückgang von Entsendungen in der Fleischindustrie berichtet, so scheinen Entsendungen in den anderen Bereichen eher zuzunehmen. Insgesamt forderten die Praktiker aus den Foren auch deutlich weitergehende Regelungen als sie von der Kommission bisher vorgesehen sind. Dabei wurde vor allem betont, dass die Ausgabe von A1-Bescheinigungen besser kontrolliert und reglementiert und die Dauer einer Entsendung deutlich verkürzt werden sollte.

An der abschließenden Diskussionsrunde nahmen, neben Jackie Morin und Annelie Buntenbach, Plamen Dimitrov, Präsident der Konföderation der unabhängigen Gewerkschaften Bulgariens, Susanne Hoffmann, Abteilungsleiterin im BMAS und die Europaabgeordnete der Grünen/EFA, Terry Reinke, teil. Zwar wurden dabei die unterschiedlichen Positionen in der Frage der Form der Regulierung nochmal deutlich hervorgehoben, allerdings vertraten alle Beteiligten die Position, dass eine bessere Regulierung als bisher vorhanden notwendig sei.

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On November 25th the Executive Board of the German Trade Unions Confederation hosted in cooperation with the “Fair Mobility” project and together with the international department of the Friedrich Ebert Foundation an international conference on the topic “Posting of workers in theory and practice” in Berlin. More than 130 guests participated in this meeting.   Among them were Counsellors and members from trade unions and trade union-linked organizations e.g. from Germany, Poland, the Netherlands, etc., representatives from the German Federal and the European Parliament together with employees from the Federal Ministry for Work and Social Affairs and the Federal Ministry for Economy and Energy.

The objective of the conference was the examination of the Commission’s proposal for the targeted revision of the Posting of Workers Directive (96/71/EC). Jackie Morin, Head of Unit of the first Free Movement of Workers, EURES, underlined that the need for regulation is clearly recognized, but there is also no requirement for a complete control of the market forces. Following this, Annelie Buntenbach, Member of Executive Board German Trade Union Confederation, and Agnes Jongerius, Member of European Parliament, criticized the proposals and revealed existing gaps in regularization.

In the following four forums (24 hours care, construction industry, meat processing industry and transport and logistics) the role of posting of workers were discussed and also the effects of the Commission’s proposals on them. The common position of the practitioners were, that there is a valid interest for further more adjustment than the proposals of the Commission suggest. It was pointed out for example that there’s a stronger need for a better control of the issuance of A1 certificates. Also the duration of posting of workers should be shortened and undergo a better regulation.        

Konferenz Entsendung

Gloede/DGB



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